Fahrtenbuch

 

Mindestanforderungen für ordnungsgemäßes Fahrtenbuch

Bundesfinanzhof vom 01.03.2012 

 

Der Senat hält an seiner mittlerweile ständigen Rechtsprechung (Urteil vom 16.03.2006, VI R 87/04, BStBI II 2006 S. 625) fest, dass ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch insbesondere Datum und Ziel der jeweiligen Fahrten ausweisen muss. Dem ist nicht entsprochen, wenn als Fahrtziele jeweils nur Straßennamen angegeben sind und diese Angaben erst mit nachträglich erstellten Auflistungen präzisiert werden.

Anmerkung: Der Urteilsfall widmet sich den Anforderungen an ein steuerlich anzuerkennendes Fahrtenbuch. Der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH wollte den privaten Nutzungsanteil eines Firmen-Pkw mit Hilfe eines Fahrtenbuchs geltend machen. Dieses wies neben dem jeweiligen Datum zumeist Ortsangaben auf, gelegentlich auch die Namen von Kunden oder Angaben zum Zweck der Fahrt, außerdem den Kilometerstand des Fahrzeugs nach Beendigung der Fahrt und die jeweils gefahrenen Tageskilometer. Im Einspruchsverfahren wurde eine nachträglich erstellte Auflistung mir dem Datum , dem Standort des Fahrzeugs zu Beginn der Fahrt, dem Kilometerstand zu Beginn der Fahrt, dem Grund der Fahrt, dem Fahrer, dem Fahrtziel und einer Nummer zur Bezeichnung der am Ende der Liste näher bezeichneten Fahrtrouten vorgelegt. Gleichwohl hielt das FA diesen Nachweis  für nicht ordnungsgemäß i. S. d. § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG. Allein dadurch, dass als Endpunkt der Fahrt jeweils nur eine Straße bezeichnet sei, aber weder Hausnummer noch Name des dort besuchten Kunden oder Unternehmens angegeben werde, werde das Fahrtziel nicht hinreichend präzise bestimmt.Dem folgte das FG nicht. Die hiergegen gerichtete Revision des FA war erfolgreich. Der BFH sah das Fahrtenbuch als nicht ordnungsgemäß an, weil darin die Fahrten nicht vollständig aufgezeichnet waren. Eine solche vollständige Aufzeichnung verlange grundsätzlich Angaben zu Ausgangs- und Endpunkt jeder einzelnen Fahrt im Fahrtenbuch selbst. Dem genügten die Angaben im Streitfall nicht, da sich aus ihnen weder die Zieladresse noch der konkret besuchte Kunde ergaben. Hinzu kam, dass die namentlich benannten Kunden z. T. mehrere Filialen im Stadtgebiet unterhielten, so dass aus dem Namen nicht deutlich wurde, welche Filiale aufgesucht wurde. Daher waren bei dieser Art der Aufzeichnung weder die Vollständigkeit noch die Richtigkeit der Eintragungen gewährleistet. Außerdem ließ der Senat es nicht genügen, die im Fahrtenbuch fehlenden Angaben durch eine erst nachträglich erstellte Auflistung unter Rückgriff auf den Kalender des Stpfl. nachzuholen.

 

 

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